Albert-Schmidt-Weg

Ihren Namen erhielt die Straße "Albert-Schmidt-Weg" am 26.10.1996 und ist damit die jüngste Straße in Vogelheim. Der zwischen der Förderstraße und der Wildstraße gelegenen Wohnsiedlung mit Ein- und Mehrfamilienhäusern mussten Gärten der umliegenden Wohn- und Zechensiedlungen weichen.
Der Vorschlag der Stadtverwaltung, die neue Straße in Anlehnung an die Gemarkung Vogelheim "Scherneweg" zu nennen, wurde verworfen. "Scherne" ist die Berufsbezeichnung für einen Forstbeamten/Waldhüter, der das Rüge- und Pfandrecht in der Borbecker Mark ausübte.
Auf Vorschlag der SPD-Fraktion entschied sich die Bezirksvertretung V dafür, die neue Straße nach dem ersten Pastor der katholischen Gemeinde St. Thomas Morus zu benennen, der sich vor allem mit der Betreuung von Obdachlosen, Kindern und alten Menschen hohe Verdienste erworben hat und dafür 1969 die Ehrenplakette der Stadt Essen erhielt. Ein Gedenkstein an der nach ihm benannten Straße erinnert an den angagierten Pfarrer.
Pfarrer Albert Schmidt wurde am 5. Oktober 1904 als zehntes Kind einer Bauernfamilie im Siegerländischen Katzwinkel-Elkhausen geboren. Trotz der schwierigen Lebensumstände ermöglichte ihm seine Familie den Besuch des Progymnasiums in Wissen und unterstütze ihn auch nach dem Tod seines Vaters im Jahre 1917 in seinem Wunsch, Priester zu werden.
  Sein drei Jahre älterer Bruder Johann gab sogar seine Metzgerlehre auf und fing auf der Katzwinkler Erzgrube als Bergmann an, um das Schulgeld für seinen Bruder aufzubringen. So konnte Albert nach dem Erwerb der mittleren Reife nach Münstereifel auf das St. Michaels-Gymnasium gehen, wo er im Konvikt der Vincentiner wohnte.
Die Inflation machte auch vor der Familie Schmidt nicht halt und zwang Albert zur Unterbrechung seiner Schulausbildung. Er arbeitete auf der Katzwinkler Grube, wo er Erfahrungen sammelte, die ihn auch später mit seinen Knappen besonders verband. Nach der Überwindung der Inflation kehrte Albert in seine ehemalige Klasse zurück und machte ein gutes Abitur. In Bonn und Wien studierte Albert Schmidt Theologie und wurde am 12. Februar 1931 im Kölner Dom von Kardinal Schulte zum Priester geweiht. Im Mai 1931 trat er seine erste Stelle als Vikar in Essen-Rellinghausen in der Gemeinde St. Lambertus an. Hier begeisterte er vor allem die Kinder und Jugendlichen durch seine Aktivitäten. Er gründete eine Pfadfindergruppe, baute mit ihnen aus Brettern ein kleines Jugendheim und machte Fahrten mit ihnen in seine Elkhausener Heimat. In seinen Predigten richtete er sich gegen die "braune Pest", was für ihn Drohungen und Übergriffe der HJ-Führer zur Folge hatte. Doch auch von Verhören bei der Gestapo ließ Albert sich nicht von seinem Weg abbringen.
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