Daniel-Eckhardt-Straße

Die Straße wurde ebenso wie die "Karl-Legien-Straße" im Zuge der Anlage des Gewerbegebietes Emscher angelegt und wurde nach Johann Daniel Eckhardt (*1836, +1896) genannt.
Daniel Eckhardt wurde in Kessenbach, Kreis Schlütern, geboren. In Frankfurt ist er durch Ferdinand Lassalle, den Begründer der sozialdemokratischen Bewegung in Deutschland, mit dem Sozialismus in Berührung gekommen. Im Alter von 25 Jahren kam er nach Essen und wurde Bergmann. Schon Ende der 60er Jahre des 19. Jh war er einer der herausragenden Bergarbeiterführer.
Als sich die soziale und wirtschaftliche Lage der Bergleute zusehends verschlechterte, kam es 1868 zum ersten Streik der Bergarbeiter im Ruhrrevier. Daniel Eckhardt war einer der Streikführer, ebenso im Jahre 1872 bei dem ersten Massenstreik der Bergleute im Ruhrgebiet. 41 Zechen in Essen und Umgebung schlossen sich dem Streik an; die Zahl der Streikenden betrug 14.885 Mann. Hierbei ist zu bemerken, dass es noch keine Gewerkschaften gab. Die den Streik finanzieren konnten.
Bei dem großen Streik im Jahre 1889 (90.000 Streikende) war Daniel Eckhardt der Essener Komiteevorsitzende. Er bemühte sich um eine gemeinsame Organisation der Bergarbeiter in der Auseinandersetzung mit den Grubenbesitzern.
Im Alter von 45 Jahren wurde Eckhardt Opfer der schlechten Arbeitsbedingungen im Bergbau. Er erkrankte an Silikose und wurde Berginvalide.
  Daniel Eckhardt kämpfte sein Leben lang für die Sache der Bergleute. So gehörte er auch zusammen mit den bekanntesten deutsch Sozialisten August Bebel, Eduard Bernstein, Wilhelm Liebknecht und Klara Zetkin zur deutschen Delegation auf dem Internationalen Arbeiterkongress vom 6. bis 12. August 1889 in Paris, wohl als örtlicher Leiter der verbotenen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Auch Carl Legien war Teilnehmer an diesem Kongress. Hier beschloss man, von 1890 an den 1. Mai als Kampftag der Arbeiter in aller Welt zu begehen. Am 25. Januar 1896 starb Daniel Eckhardt im Alter von 59 Jahren in seinem Haus, in der Beisingstraße 28.
Drei seiner Söhne, Johann, Arthur und Waldemar, gehörten schon früh der Sozialdemokratischen Partei an, wurden aber später Kommunisten. Sie verloren in der NS-Zeit als Gegner des Regimes ihr Leben. Waldemar starb schon 1934 im Essener Polizeigefängnis, Johann kam 1941 im Lager Gurs in Südfrankreich um, Arthur wurde 1945 im KZ Sachsenhausen ermordet.
Als Arbeiterführer und Sozialist hat Daniel Eckhardt in der Geschichte der Arbeiterbewegung sowie der Sozialdemokratischen Partei in Essen eine große Rolle gespielt.
Im Eingang des DGB-Hauses erinnert eine Tafel an ihn.