Krablerstraße

Von der Krablerstraße gehören die Hausnummern ab 235 und 180 zu Vogelheim.
Der Altenessener Teil der "Krablerstraße" hieß seit 1875 "Annastraße", während der Borbecker Teil seit 1891 "Altenessener Straße" hieß. Im Jahre 1915 wurden beide Teile als "Krablerstraße" zusammengefasst.
Der Name erinnert an den Geh. Bergrat Emil Krabler, der am 21.1.1839 als ältester Sohn eines Fabrikdirektors in Crossen/Oder geboren wurde. Nach einem Studium an der Bergakademie in Berlin trat er zunächst in den Staatsdienst ein. Von 1868 bis 1907 war er Grubendirektor des Kölner Bergwerksvereins (später Hoesch-Bergbau AG), der 1843 gegründet wurde und in den 50er Jahren des 19.Jh die Tiefbauschächte Anna und Carl bei Altenessen anlegte. 1873 begann unter Krabler die Erschließung der Zeche Emscher. Der Schacht III dieser Zeche an der Wiehagenstraße wurde später nach ihm benannt (Emil).
Krabler war auch Vorstandsmitglied im "Verein für die bergbaulichen Interessen" und von 1902 bis 1905 dessen Vorsitzender. 1901 wurde ihm der Titel "Geheimer Bergrat" verleihen.
Um die wirtschaftliche Macht der Produzenten zu sichern, wirkte Krabler bei der Gründung des Westfälischen Kokssyndikats (1890) und des Kohlensyndikats (1893) mit.
Krabler stand auf der Seite der Unternehmer und hat immer nur in deren Interessen gehandelt. Das gilt auch für die Hilfsmaßnahmen, die den Bergarbeitern zugute kamen,
  wie z.B. der Bau von Arbeiterwohnungen und die Gründung der "Familienkaße" (25 Pf Beitrag im Monat), die die ärztliche Versorgung der Familien der Bergleute sicherstellen sollte.
Für die Bergleute selbst war die Knappschaft da. 1885 wurde die Knappschaftsgenossenschaft gegründet, bei der Krabler ehrenamtlich mitarbeitete; sie vereinigte alle Zechen des Reiches auf Grund des Unfallversicherungsgesetzes.
Im Juli 1898 schenkte Krabler zur Feier des 25jährigen Bestehens der Emscherschächte allen Bergleuten, die 25 Jahre für den Kölner Bergwerksverein gearbeitet hatten, ein Sparkaßenbuch über 250 bis 500 DM, je nach Stellung.
1903 schuf er eine Konsumanstalt mit vier Verkaufsstellen, deren Gewinn ausgeschüttet wurde.
Krabler hat den Arbeitern kein eigenständiges Handeln zugebilligt und mit allen Kräften dagegen gekämpft, dass sie sich organisieren konnten. Bei den großen Streiks 1872, 1898 und 1905 hat er die Forderungen der Bergleute mißachtet und unnachgiebig alles getan, dass die Streiks niedergeschlagen wurden, sodass sie so gut wie ergebnislos blieben. Er war ausschlaggebend bei allen Entschlüssen des "Vereins für die bergbaulichen Interessen", die auf die Niederwerfung der großen Streiks zielten.
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